Donnerstag, 17. August 2017

Rezension ~ Fangirl (E)

Titel: Fangirl
Deutsche Übersetzung: Fangirl
Autorin: Rainbow Rowell
Seiten: 476 Seiten
Verlag: Macmillan
Genre: Jugendbuch, Fanfictions,
Leseprobe



Inhalt:
Die 18-jährige Cath fühlt sich in der Welt des fiktiven Buchcharakters Simon Snow am wohlsten. Sie schreibt erfolgreich Fanfictions, tapeziert ihr Zimmer mit Simon Postern und ist ein absolutes Fangirl. Als sie aufs College kommt, fühlt sie sich wie ein Alien und kann nur schwer mit den Veränderungen umgehen. Ihre Zwillingsschwester Wren möchte sich kein Zimmer mit ihr teilen und macht lieber Party als nächtelang mit Cath zu schreiben. Ihre Mitbewohnerin Reagan hasst Cath offensichtlich und ist sowieso immer nur unterwegs und richtige Freunde findet sie auch nicht. Aber anders als in ihren Fanfictions hält sie in der echten Welt nicht die Fäden in der Hand. 

Meine Meinung:
Mittlerweile hat vermutlich jeder von diesem Buch gehört und es gegebenenfalls auch schon gelesen. Ich wollte das Buch unbedingt lesen bevor es doch noch auf Deutsch erscheint, damit ich gar nicht erst in Versuchung komme es in meiner Muttersprache zu lesen. Hat nicht geklappt, aber glücklicherweise finde ich das deutsche Cover sehr unschön und bin daher bei der englischen Ausgabe geblieben. 

Ich lese relativ viele Fachliteratur auf Englisch, aber keine Unterhaltungsliteratur. Das habe ich schon gemerkt, weil ich zwar inhaltlich alles verstanden habe, aber gefühlt sind mir die Zwischentöne und die Anspielungen entgangen. 

Es fiel mir überraschend schwer in die Geschichte einzutauchen. Sicher lag das einerseits an der ungewohnten Lesesituation, aber auch die Handlung konnte mich überhaupt nicht fesseln. Das hat mich sehr erstaunt, weil Cath mir sehr ähnlich ist. Zwar kann ich mich mit dem Fanfiction Part nur noch rückblickend identifizieren, weil ich nicht mehr schreibe, aber auch darüber hinaus konnte ich viele Gemeinsamkeiten entdecken. 

Bei den anderen Charakteren war das leider nicht der Fall. Cath Zwillingsschwester Wren finde ich eine schreckliche Person. Sie ist unsensibel, respektlos und egoistisch. Die Zwillinge haben bis zum College alles gemeinsam gemacht: Ein Zimmer geteilt, die Simon Snow Leidenschaft geteilt, eine schwere Zeit in der Kindheit zusammen durchgestanden. Ich finde ihren Wunsch verständlich, sich von Cath abnabeln zu wollen. Eigene Freunde, ein eigenes Zimmer, ein anderer Studiengang. Aber in anderen Punkten behandelt sie Cath so scheiße, das ich es unmöglich finde. Es gibt weitere Nebencharaktere die ich schrecklich fand, aber dazu sage ich aus Spoilergründen nichts.

Zwischenzeitlich hatte ich vor allem wegen diesen schrecklichen Personen überhaupt keine Lust mehr zu lesen und hätte das Buch am liebsten in die Ecke geworfen. Aber weil ich ja unbedingt mehr englisch lesen will, habe ich nicht abgebrochen. Die letzten 150 Seiten haben mir dann auch richtig gut gefallen.

Das Besondere an dieser Geschichte ist zweifellos Cath Leidenschaft für Fanfictions. Sie ist großer Simon Snow Fan, welcher ein Buchcharakter aus einer achtteiligen Serie und eine Anspielung auf Harry Potter ist. Jedes Kapitel endet mit einem Textauszug aus Cath Fanfictions oder aus einem der Simon Snow Bücher. Ich fand diese Idee und den Aufbau sehr gelungen, aber inhaltlich war das nicht so meins. Ich hatte oft das Gefühl mir fehlt das Hintergrundwissen um diese Ausschnitte zu verstehen. Und letztlich ist das ja auch so, denn dem Leser fehlen sieben bzw. acht Simon Snow Bände, die es ja gar nicht gibt. Vielleicht hätte ich diesen Zusammenhang zwischen der eigentlichen Geschichte und den Einschüben auf Deutsch tatsächlich besser verstanden.

Fazit:
Ein Jugendbuch, das sicher unterhalten kann. Den Hype ist es aber für mich nicht wert, da ich doch zu oft genervt war und die Handlung stellenweise zu langsam fortschritt. 

 


Mittwoch, 16. August 2017

Aktion ~ Cover Theme Day #1

Hallo zusammen,

Charleen startet heute mit einer neuen alten Aktion, bei der ich gern dabei bin. Ich liebe (schöne) Cover und diskutiere darüber fast noch lieber als über den Inhalt :D Die Aktion ist also genau mein Ding. Ich mag lieber Theme die man freier interpretieren kann (weiße Schrift ist weiße Schrift, aber bei Flugobjekten könnte man neben Flugzeugen und Heißluftballons auch etwas zeigen, dass von einem Katapult durch die Gegend geschleudert wird. Oder so), daher werde ich wohl nicht jede Woche teilnehmen. Aber wenn ich schöne Cover zur Hand habe, bin ich gern dabei.

Das Thema heute: Zeige ein Cover mit einem weißen Schriftzug

Mein Herz ruft deinen Namen - Susanna Tamaro
"Nichts im Leben ist je wirklich hoffnungslos und nichts vergeblich ...
»Wenn das Leben ein Weg ist, so ist es ein Weg, der immer bergauf führt", hat Susanna Tamaro einmal geschrieben. Diese Weisheit muss auch der Held ihres neuen Romans schmerzlich begreifen, als er seine geliebte Frau und ihr gemeinsames Kind bei einem unerklärlichen Unfall verliert. Seit »Geh, wohin dein Herz dich trägt« hat Susanna Tamaro keinen so reichen und berührenden Roman mehr geschrieben. Ein Buch voller Weisheit, Spiritualität und Liebe." (Quelle: Verlagsseite)

Ich zeige euch heute dieses Buch, obwohl ich es noch nicht gelesen habe und daher noch nichts dazu sagen kann. Allerdings möchte ich es heute beginnen. Das Cover gefällt mir gar nicht und ich hätte das Buch so im Laden auch nie betrachtet. Es ist zwar eine nette Idee, dass Blatt wie eine Blume zu formen, aber es trifft nicht meinen Geschmack.
Das Buch habe ich mir deshalb zu Weihnachten gewünscht, weil es Janines Lieblingsbuch ist. Sie schwärmt immer sehr davon (Rezension) und daher wurde ich neugierig. Ich habe ein bisschen Sorge, dass meine hohen Erwartungen mir wieder zum Verhängnis werden und das es mir zu spirituell sein könnte, aber ich möchte es zumindest versuchen. 





Dienstag, 15. August 2017

Rezension ~ Der wahre Schimanski

Titel: Der wahre Schimanski
Autor: Heinz Sprenger
Seiten: 208 Seiten
Verlag: riva
Genre: Erfahrungsbericht, wahre Verbrechen
Leseprobe




Inhalt:
Heinz Sprenger berichtet über viele verschiedene Fälle seiner Laufbahn als Polizist, während der er über 20 Jahre Mordkommissionen in Duisburg leitete. Dabei ist er schonungslos ehrlich. Er schreibt über Fälle, in denen er in gewisser Weise Verständnis für die Täter aufbringen konnte, kritisiert aber auch die Politik scharf, zum Beispiel in Bezug auf das Datenschutzgesetz. Nicht fehlen dürfen in diesem Buch natürlich die Mafiamorde von Duisburg, bei denen sechs Menschen erschossen wurden und die zu den bekanntesten Fällen des Ermittlers zählen.

Meine Meinung:
Auf den Tag genau zehn Jahre ist es her, dass in Duisburg sechs Menschen vor einem italienischen Restaurant erschossen wurden. Dieser Fall ging als die Mafiamorde von Duisburg durch die Medien, gehörten die Opfer doch zur kalabrischen Mafia `Ndrangheta (siehe unten). Der Autor dieses Buches ermittelte damals in diesem Fall und ist daher dem ein oder anderen vielleicht in diesem Zusammenhang in den Nachrichten oder der Tageszeitung begegnet. 

Ich habe Heinz Sprenger erst letzte Woche bei einer Lesung gesehen und kann daher sagen, dass er schreibt wie er spricht. Offen, ehrlich, schonungslos. Während der Lesung hat er manchmal Dinge gesagt, wo man erstmal kurz die Luft anhält und sich fragt ob er das jetzt wirklich gesagt hat, aber es ist meiner Meinung nach viel Wahres dran. 

Die Fälle sind überwiegend spannend aufbereitet und nichts für schwache Nerven. Es fängt beispielsweise mit einem Kannibalen an und geht mit einem eiskalten Mord wegen Telefonsex weiter. Was mich ein bisschen gestört hat, ist die Anordnung der Mafiamorde. Diese sind, wohl weil sie der spektakulärste und größte Fall Heinz Sprengers waren, umfassend beschrieben und daher in drei Teile geteilt. Mit dem ersten beginnt das Buch, der zweite folgt in der Mitte und der dritte gegen Ende. Ich hätte lieber ein Kapitel von 30 Seiten gehabt, aber dafür alles am Stück. 

Schon bei der Lesung hat man gemerkt, dass Heinz Sprenger gern erzählt und vor allem auch viel zu erzählen hat. Das finde ich klasse, aber man merkt das auch im Buch und das ist manchmal ein bisschen anstrengend. Er kommt von einem Fall zum nächsten, reißt einige aber nur an und dann endet das Kapitel plötzlich. Ich hatte mehrmals das Gefühl es fehlt etwas, weil die Kapitel auf einmal beendet waren. Ich hätte mir da etwas pointiertere und rundere Erzählungen gewünscht. 

Fazit:
Insgesamt ist das eine sehr spannende Sammlung kriminalistischer Fälle, von einem Mann dem man seine Erfahrung anmerkt. Wer sich für Kriminalistik und wahre Verbrechen interessiert, sollte sich das Buch unbedingt anschauen. Und keine Sorge: Ich komme auch nicht Duisburg. Falls Heinz Sprenger nochmal eine Lesung abhält, solltet ihr euch diese nicht entgehen lassen.  

Informatives Sammelsurium: 
 
 
 

Mittwoch, 9. August 2017

Rezension ~ Wüstenblume

Titel: Wüstenblume
Originaltitel: Desert Flower
Autorin: Waris Dirie mit Cathleen Miller
Seiten: 280 Seiten
Verlag: Ullstein
Genre: Biografie, Somalia




Inhalt:
Waris Dirie wächst als Nomadin in Somalia auf. In diesem Buch berichtet sie von ihrer Kindheit in der Wüste, von der grausamen Beschneidung die ihr wiederfahren ist und von ihrer Flucht aus dem Schoß der Familie. Sie berichtet von ihren ersten Jahren in Europa, ihrem Weg zum erfolgreichen Model und schließlich zur UN-Sonderbotschafterin. 

Meine Meinung:
Ich habe diese Lektüre ewig vor mir hergeschoben, auch wenn mich Waris Geschichte sehr interessiert hat. Ich wusste schließlich, dass es um das Thema Beschneidung geht und ich hatte Angst vor diesen Szenen. Diese Szenen sind auch tatsächlich nicht ohne und ich musste die Lektüre unterbrechen, weil ich nicht weiterlesen konnte. Das passiert mir selten. 

Davon abgesehen enthält man interessante Einblicke in das Leben einer Nomadenfamilie. Bis zu ihrem 13./14. Lebensjahr lebte Waris mit ihrer Familie in den Wüsten Somalias und folgte der Spur des Wassers. Erst als sie verheiratet werden soll, flieht sie. Diese Zeit war für mich am interessantesten, weil dieses Leben mir völlig fremd ist. Auch später, als sie zum ersten Mal nach Europa kommt, habe ich ihre Geschichte neugierig verfolgt. 

Irgendwann kippt die Erzählung meiner Meinung nach, aber ich kann nicht genau sagen ab wann das passiert. Ich hatte zunehmend das Gefühl die Autorin fasst die Stadien ihres Erwachsenenlebens zusammen, so etwas wie ein ausformulierter, ausführlicher Lebenslauf, anstatt den Leser wirklich mit in ihre Welt zu nehmen, so wie es in den Szenen in ihrer Kindheit der Fall war. 

Fazit:
Ich kann das Buch empfehlen, wenn man sich für das Leben einer Nomadenfamilie in Somalia interessiert oder einfach mehr über Waris Dirie erfahren möchte. Ihre Erzählungen über ihr Erwachsenenleben hingegen, sind meiner Ansicht nach nicht ansprechend aufbereitet.